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07.06.2008
Wörtherseestadion Klagenfurt

Das Wörtherseestadion in Klagenfurt ist ein Austragungsort bei der Europameisterschaft 2008. Für einen Höhenausgleich kam hier eine zementgebundene Liapor-Schüttung zur Anwendung, die mit dem Kneißl-System eingebracht wurde. Dessen Vorteile – leicht, tragfähig und wirtschaftlich – machen das System gleich zum dreifachen "Torschützen".
Die Bergkette der Karawanken im Hintergrund und nur wenige hundert Meter vom Ostufer des Wörthersees entfernt – Österreichs modernstes Fußballstadion besitzt auch eine besonders schöne Lage. Die Hypo Group Arena in Klagenfurt ist die neue Heimstätte des SK Austria Kärnten, die im Sommer 2007 fertiggestellt wurde und deren gesamten Baukosten sich auf 66,5 Millionen Euro beliefen. Der auch als Wörtherseestadion bezeichnete Fußballtempel wird einer der vier österreichischen Austragungsorte der Europameisterschaft 2008 sein: Im sicher ausverkauften Stadion werden rund 32.000 Besucher hier die Spiele der Deutschen gegen Polen und Kroatien verfolgen.
Das Architektenteam hat sein Ziel perfekt erreicht, ein kompaktes und in die Landschaft integriertes Stadion zu entwickeln. Ein Beispiel für die signifikante Gestaltung des Wörtherseestadions in Klagenfurt ist die dynamische Überhöhung des Daches an der Osttribüne. Aber auch die vordere Dachhaut über den Tribünen, die teilweise aus transparenten Doppelstegplatten bestehen, erzielt besondere Effekte. Ins Auge fällt ebenso die leicht ansteigende Rampe vom Westen in Richtung Stadion. Die Tribünen liegen in größtmöglicher Nähe zum Spielfeld und machen somit jedes Spiel zu einem außergewöhnlichen Live-Erlebnis. Großzügige, abgehobene Box über dem Westgebäude beherbergen die Lounge und Einrichtungen für die VIPs. Raumhohe Fensterflächen gliedern hier die Fassade und sorgen für optimale Sicht in das Stadion sowie Richtung Wörthersee. Diesem Bereich ist eine weitere "Box" vorgelagert. Sie umfasst eine VIP-Tribüne für die "Golden Members" mit rund 350 Plätzen, Räumlichkeiten für die Stadionsicherheit, Videokontrollraum, Einsatzleitung, Stadionregie und die Panoramastudios der Medien.
Schnelles System
Um an der Nordseite im oberen Tribünenbereich alle Installationen abzudecken, war ein zementgebundener Höhenausgleich notwendig, wie ihn die Ö-Norm B 2232 unter Estrich vorschreibt. Der Höhenausgleich musste tragfähig, aber zugleich auch sehr leicht sein, um Kosteneinsparungen bei der Statik zu erreichen. Verwendet wurde eine Liapor-Schüttung, bei der die Blähton-Körnung einen Durchmesser von vier bis acht Millimeter hat. Die in Zementleim gebundene Schüttung der Brandschutzklasse A1 besitzt bei einer Rohdichte von 550 kg/m3 eine Druckfestigkeit größer 2 N/mm2.
Um die circa 100 Kubikmeter zementgebundene Liapor-Schüttung einzubringen, kam die innovative Kneißl-Mischkopftechnik zum Einsatz. Mit dem patentierten Kneißl-Mischkopf X-1000 wird der leichte und druckfeste Liapor-Blähton erst kurz vor dem Austritt mit der Zementmilch vermischt. Das getrennte Anliefern von trockenem Zuschlagstoff aus dem Liapor-Blähtonwerk und Zementleim vom nächstgelegenem Transportbetonwerk erspart einiges an Transportlogistik. Die Trennung der Ausgangsstoffe erleichtert einerseits das Fördern wesentlich und macht das System erst richtig flexibel. Andererseits reduziert sich so der für eine gute Verarbeitbarkeit erforderliche Wassergehalt auf ein Minimum, so dass sich die an sich kurze Austrocknungszeit noch mehr verkürzt.
Mit dem Kneißl-System lässt sich eine zementgebundene Schüttung besonders schnell einbringen, was auf der Stadionbaustelle zahlreichen Baufachleuten demonstriert wurde, die sich dann auch von der Leistungsfähigkeit des Systems beeindruckt zeigten. Dazu gehört eine maximale Einbauleistung von 35 Kubikmeter pro Stunde. Je nach verwendeter Liapor-Blähtonkörnung und Zementleimmenge sind Raumgewichte zwischen 400 und 800 kg/m3 sowie entsprechende Druckspannungen/Festigkeiten von circa 1 bis 8 N/mm2 (entspricht 100 – 800 t/m2) möglich.
www.kneissls-mischtechnik.de