Schule mit Bestnoten
Schulzentrum Taufkirchen an der Pram
Luftig und leicht – so präsentiert sich die neue Schulanlage in Taufkirchen an der Pram, die im Juli 2009 feierlich eröffnet wurde. Das aus großflächigen Glaselementen und der markanten Holzschindelverkleidung bestehende dreigeschossige Gebäude beinhaltet eine Volks- und Musikschule, einen Kindergarten und eine Turnhalle. Zur Straße hin setzt der geschlossene Baukörper einen urbanen Akzent im Ortskern, nach Süden und zur Pram hin sind die Klassenräume orientiert. Mit ihrer lichten und klaren Architektur fügt sich die Schulanlage ideal in den vorhandenen Grünraum ein und schafft so ein für eine Schule ganz besonderes Ambiente. Der Entwurf für die Anlage stammt von Feichtinger Architectes mit Sitz in Wien und Paris, für den Bau war die Weisshaidinger Ingenieur-Holzbau GmbH in Taufkirchen an der Pram zuständig.
Zwischendecken mit hohen Ansprüchen
Das Haupttragwerk der Taufkirchener Schulanlage besteht aus einer Stahlkonstruktion, deren Querträger im Abstand von drei Metern montiert sind. Sie sind an ihrer Basis statisch tragend mit mehrschichtig verleimten Holzplatten verbunden, die gleichzeitig als Sicht- und Deckenflächen in den beiden oberen Geschossen für eine ansprechende Optik sorgen. Während dieser Teil der Zwischenböden relativ einfach zu realisieren war, erforderte die anschließende Verfüllung der Geschossdecken bis zur Oberkante der Stahlträger ein besonders leistungsstarkes Material. „Es musste eine verschleißfreie, schnell begehbare Oberfläche geschaffen werden“, erklärt Reinhard Goldberger, Prokurist der Weisshaidinger Ingenieur-Holzbau GmbH. „Gleichzeitig sollte das Schüttgut vorhandene Höhentoleranzen ausgleichen, effektiven Schallschutz bieten und auch bauökologisch ins Konzept der Schulanlage passen.“
Die Lösung bot eine zementgebundene Liapor-Schüttung, die als leichtes, stabiles und wärme- und schalldämmendes Material die geforderten Ansprüche optimal erfüllte. Aus naturreinem Lias-Ton gebrannt, stellen die Liapor-Blähtonkugeln gleichzeitig ein ökologisch hochwertiges, baubiologisch einwandfreies Produkt dar.
Doppelte Liapor-Schüttung
Insgesamt wurden rund 700 m3 zementgebundene Liapor-Blähtonkörnung mittels der bewährten Kneißl-Mischtechnik eingebracht, die Austragsleistung betrug dabei rund 20 m3 pro Stunde. Damit konnte die insgesamt über 3.000 m2 große Schüttungsfläche auf den beiden Stockwerken der Schule in nur vier Tagen schnell und sicher verfüllt werden. Die Festigkeit nach einem Tag lag bereits bei rund 2 N/mm2, womit auch alle Ansprüche an Festigkeit und Begehbarkeit zuverlässig erfüllt wurden. Um einen besonders ebenen Abschluss der Schüttung zu erzielen, wurde auf die erste
Liapor-Schüttung der Körnung 8/16 mm noch eine zweite, feinere Schicht der Körnung 1/4 mm aufgebracht. Der schnelle und unkomplizierte Eintrag und das breite Leistungsprofil der zementgebundenen Liapor-Blähtonschüttungen trugen dazu bei, dass das Taufkirchener Schulzentrum in nur zweijähriger Bauzeit errichtet werden konnte. Und der innovative Bau begeistert seitdem nicht nur die Schüler, sondern auch die Fachwelt: Neben dem oberösterreichischen Holzbaupreis wurde die Schulanlage inzwischen auch mit dem österreichischen Bauherrenpreis 2009 ausgezeichnet.

