Bosch, Abstatt
Ausbau des Entwicklungszentrums
Die Robert Bosch GmbH zählt mit weltweit mehr als 280.000 Mitarbeitern und knapp 260 Standorten in über 50 Ländern zu den größten Unternehmen in Deutschland. Neben der Herstellung von Elektro- und Haushaltsgeräten gehört die Produktion von Bauteilen für die Automobilindustrie zum Kerngeschäft. Die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Leistungen erfolgt unter anderem im Entwicklungszentrum Abstatt bei Heilbronn. Zurzeit wird das Entwicklungszentrum weiter ausgebaut. Auf rund 31.000 Quadratmetern entsteht ein neues, fünftes Gebäude, das auf sechs Stockwerken neben Werkstatt- und Laborflächen auch Büroräume und Abstellhallen für Testwagen bieten wird. Ab 2010 werden hier 900 neue Mitarbeiter für die Entwicklung von Brems- und Fahrdynamiksystemen tätig sein; die Kosten für das neue Entwicklungszentrum belaufen sich dabei auf rund 60 Millionen Euro. "Das ganze Gebäude wurde in Skelettbauweise mit nur wenigen tragenden Elementen errichtet, um bei der späteren Einrichtung des Forschungszentrums möglichst flexibel sein zu können", erklärt Rainer Hemmersbach, der als Bauleiter der Bosch-Bauabteilung für die Gesamtkoordination der Baumaßnahmen verantwortlich war. "Aufgrund der geringen Seitenaussteifung war es erforderlich, den seitlichen Druck auf die Gebäudewand so gering wie möglich zu halten."
Anspruchsvolle Untergrundverhältnisse
Der Startschuss für das Großprojekt fiel im Juli 2008. Als erstes wurde die Baugrube für das Gebäude mit einer Grundfläche von 180 mal 24 Metern ausgehoben. Die äußere Einfassung bilden bis zu 20 Meter tiefe Betonpfähle mit einem Durchmesser von jeweils 40 Zentimetern. Im Anschluss erfolgten die Fundamentlegung und die Errichtung der unteren Geschossebene. Der Abstand zwischen den Betonpfählen und der Gebäudewand betrug dabei einen knappen Meter. "Diesem Raum kommt eine besondere statische und hydrologische Bedeutung zu", erklärt Thomas Volk vom Bosch Facility Management, der für die Abstimmung zwischen Bauabteilung und Nutzer zuständig war. "Für seine Verfüllung kam nur ein besonders leichtes und stabiles Material infrage, das außerdem drainagefähig sein musste, um die Bildung einer stehenden Wasserscheibe an der Gebäudewand zu verhindern." Eine Verfüllung mit Kies oder Erdreich schied aus diesen Gründen von vornherein aus. Die Lösung boten Liapor-Blähtonkörnungen, die als leichtes und drainagefähiges Granulat alle bautechnischen Anforderungen ideal erfüllten. "Als druckfestes und formstabiles Material sorgen sie für optimale Standsicherheit auch bei schwierigen Untergrundverhältnissen", erklärt Hans-Peter Keller, zuständig für Technik und Vertrieb bei Liapor. "Daneben sind runde Liapor Blähtonkugeln als selbstverdichtendes Schüttgut auch sehr zeit- und kostensparend einzubringen."
Vielfältiges Leistungsspektrum
Liapor-Blähtonkörnungen verteilen als selbstverdichtendes Füllmaterial die wirkenden Kräfte gleichmäßig und vermindern gegenüber herkömmlichen Untergründen den Erddruck um den Faktor 2 bis 3. Diese Entlastung resultiert aus der geringen Trockenschüttdichte von rund 350 kg/m3 und der relativ hohen Festigkeit der Blähtonkörnung mit ihrer gleichmäßigen, feinen Porenstruktur. Sie sorgt für die erforderliche Formstabilität der Liapor-Kugeln, die sich nachträglich nicht zusammenstauchen. Ein Kubikmeter Liapor füllt so dauerhaft einen Hohlraum von genau einem Kubikmeter aus. Blähtonkugeln sind durch die sie umgebende, schützende Klinkerhaut mechanisch sowie chemisch beständig, unverrottbar, nicht grundwassergefährdend, wärmedämmend und frostsicher. Ebenso ist der Blähton feuchteregulierend, da er Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne dass es zu Setzungen oder Quellungen kommt. Gleichzeitig übernehmen Liapor-Blähtonkörnungen auch die Funktion einer Drainage, die anfallendes Wasser sicher und rückstandsfrei
ableitet und so Feuchteschäden am Baukörper verhindert.
Schneller und einfacher
Neben den bauphysikalischen Eigenschaften überzeugen Liapor-Blähtonkörnungen als Gebäude- oder Baugrubenhinterfüllung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Denn als Schüttgut lässt sich die Körnung schnell und einfach per Silozug anliefern und direkt in die Grube einblasen, wobei Distanzen von über 200 Metern überwunden werden können. In der Baugrube erreicht das Schüttgut als selbstverdichtendes Material ganz von alleine die optimale Schüttungsdichte. Damit erübrigen sich auch weitere Arbeitsschritte wie das lagenweise Verdichten mit entsprechenden Maschinen in der Grube, wie sie bei der Verwendung anderer Füllstoffe wie etwa Kies nötig wären. "Durch das Einblasen der Liapor-Körnung vom Lkw direkt in die Baugrube entfällt auch die Errichtung von Zwischenlagern und der Einsatz von Baggern oder Schaufelladern", so Hans-Peter Keller. "Das spart nicht nur Zeit und Platz, sondern sorgt für einen reibungslosen und gesamtwirtschaftlichen Baufortschritt ohne aufwendiges Handling."
Etappenweise Hinterfüllung
Für die Hinterfüllung des neuen Bosch-Entwicklungszentrums in Abstatt kamen insgesamt rund 1.700 Kubikmeter Liapor-Blähton der Körnung 4 bis 8 Millimeter zum Einsatz. Die Ladungen wurden dabei per Silozug direkt vom Liapor-Werk in Tuningen auf die Baustelle geliefert – just in time, ganz auf den Baufortschritt abgestimmt. Sobald ein neues Stockwerk des Zentrums erstellt war, erfolgte anschließend das Verfüllen des Zwischenraums durch Einblasen der Körnung. Auf diese Weise war zu jedem Zeitpunkt ein ideales Kräftegleichgewicht zwischen Baukörper und Hinterfüllung gewährleistet. Als Schutz vor dem Eindringen von Partikeln wurde noch ein Vlies zwischen Liapor-Körper und Gebäuderückwand eingebracht, die ihrerseits noch mit einem zusätzlichen Schutzanstrich versehen wurde. Für rückstandsfreien Wasserablauf sorgt eine Flächendrainage unter der Liapor-Schüttung, die anfallendes Wasser unter das Gebäudefundament zur Versickerung führt.


